Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten verdienen in Vollzeit im Median 3.695 € brutto im Monat. Die mittleren 50 Prozent liegen zwischen 3.086 € und 4.336 € (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025).
Auf dieser Seite
- Wo stehen Sie?
- Was die 3.695 € bedeuten
- Die Spanne: wer weniger, wer mehr verdient
- Verdienst nach Altersgruppe
- Verdienst nach Bundesland
- Was den Verdienst verschiebt
- Ausbildung, Zugang und Kosten
- Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?
- Im Vergleich zu verwandten Berufen
- Im öffentlichen Dienst (TVöD)
- Eigene Praxis und Selbstständigkeit
- Brutto ist nicht netto
- Erfahrungen aus dem Beruf
- Häufige Fragen
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Regler auf Ihr Bruttogehalt schieben. Die Einordnung erscheint sofort.
Netto für diesen Betrag berechnen Im TVöD-VKA liegt E7 zwischen 3.294,98 € und 4.045,24 €.
Erfahrungen aus dem Beruf lesen Fortbildung, Tarif, Belastung: was Kolleginnen und Kollegen berichtenWoher diese Zahlen stammen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Beruf Ergotherapie, Median-Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter, Datenjahr 2025, Stand 09/2026, entgeltatlas.arbeitsagentur.de. Der Entgeltatlas beruht auf der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Erfasst sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit. Beamte, Selbstständige und geringfügig Beschäftigte sind nicht enthalten. Ausgewiesen ist der Median, also der mittlere Wert, nicht das arithmetische Mittel. Die Werte gelten für die Berufsgattung Berufe in der Ergotherapie, komplexe Spezialistentätigkeiten auf dem Anforderungsniveau Spezialist und beruhen auf 21.410 erfassten Vollzeitbeschäftigten.
Was die 3.695 € bedeuten
Die 3.695 € sind der Median: Genau in der Mitte der Ergotherapeuten in Vollzeit verdient die eine Hälfte mehr, die andere weniger. Ein Median wird von sehr hohen Einzelverdiensten kaum bewegt und beschreibt die Lage der Mitte deshalb ehrlicher als ein Durchschnitt, der von wenigen Spitzenverdiensten nach oben gezogen wird.
Auf zwölf Monatsgehälter gerechnet entspricht der Median rund 44.340 Euro im Jahr. Diese Jahreszahl ist eine einfache Multiplikation aus dem monatlichen Median und keine eigene Erhebung. Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind darin nicht enthalten, tarifgebundene Stellen zahlen sie zusätzlich.
Median statt Durchschnitt
Viele Gehaltsseiten nennen einen Durchschnitt. Weil Verdienste nach oben offen sind, liegt der Durchschnitt in aller Regel über dem Median. Wer wissen will, ob er über oder unter der Mitte liegt, vergleicht mit dem Median. Warum beide Werte auseinanderfallen, steht ausführlich unter Median oder Durchschnitt.
Die Spanne: wer weniger, wer mehr verdient
Ein einzelner Wert verdeckt, wie breit die Verdienste streuen. Der Entgeltatlas weist deshalb neben dem Median auch das untere und das obere Quartil aus. Zwischen beiden liegen die mittleren 50 Prozent der Ergotherapeuten in Vollzeit.
| Lage in der Verteilung | Bruttomonatsverdienst | Bedeutung |
|---|---|---|
| Unteres Quartil (25 %) | 3.086 € | Ein Viertel verdient weniger |
| Median (50 %) | 3.695 € | Die Mitte, die Hälfte darüber, die Hälfte darunter |
| Oberes Quartil (75 %) | 4.336 € | Ein Viertel verdient mehr |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Unterschied zwischen Frauen und Männern
Der Entgeltatlas weist die Verdienste auch getrennt nach Geschlecht aus. Männer verdienten im Median 4.126 € (Fallzahl 4.031). Frauen 3.600 € (Fallzahl 17.379). Der Abstand beträgt 526 Euro im Monat, das sind rund 13 Prozent bezogen auf den Verdienst der Männer (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025).
Dieser Abstand vergleicht Gruppendurchschnitte innerhalb desselben Berufs und desselben Anforderungsniveaus, er misst also nicht, ob für dieselbe Tätigkeit unterschiedlich gezahlt wird. Wie solche Kennzahlen zu lesen sind, steht unter Gender Pay Gap.
Verdienst nach Altersgruppe
Wer länger im Beruf ist, verdient im Mittel mehr. Der Entgeltatlas weist das allerdings nach Altersgruppen aus, nicht nach Berufsjahren. Wer mit 40 quer einsteigt, zählt hier zur mittleren Gruppe, obwohl er gerade erst anfängt. Die Zahlen zeigen also einen groben Verlauf, keine persönliche Gehaltskurve.
| Altersgruppe | Median | Mittlere 50 Prozent | Beschäftigte |
|---|---|---|---|
| Unter 25 Jahre in der Regel die ersten Berufsjahre | 3.286 € | 2.952 € bis 3.691 € | 2.652 |
| 25 bis unter 55 Jahre die mit Abstand größte Gruppe | 3.695 € | 3.076 € bis 4.301 € | 15.413 |
| 55 Jahre und älter späte Berufsjahre | 4.307 € | 3.492 € bis 5.056 € | 3.345 |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
In den ersten Berufsjahren liegt der Median bei 3.286 € und damit 409 € unter dem Wert für alle Altersgruppen. Das ist die realistischste Zahl für den Berufseinstieg, die die amtliche Statistik hergibt.
Der höhere Wert im Alter gilt nicht für alle
Bei den Beschäftigten ab 55 liegt der Median zwar bei 4.307 €, die mittleren 50 Prozent streuen dort aber von 3.492 € bis 5.056 €. Die Spanne ist damit deutlich breiter als in den ersten Berufsjahren. Ein Teil dieser Gruppe verdient also spürbar mehr, ein anderer Teil liegt weiterhin im unteren Bereich.
Verdienst nach Bundesland
Zwischen den Bundesländern liegen 704 € im Monat. Am meisten wird in Berlin gezahlt (4.059 €), am wenigsten in Sachsen (3.355 €). Der Bundeswert liegt bei 3.695 €.
| Bundesland | Median | Mittlere 50 Prozent | Beschäftigte | Rang |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 3.742 € | 3.079 € bis 4.388 € | 1.961 | 7 von 14 |
| Bayern | 3.766 € | 3.118 € bis 4.362 € | 3.124 | 4 von 14 |
| Berlin | 4.059 € | 3.439 € bis 4.681 € | 723 | 1 von 14 |
| Brandenburg | 3.685 € | 3.146 € bis 4.284 € | 589 | 10 von 14 |
| Bremen | Nicht ausgewiesen, die Fallzahl ist zu klein für eine belastbare Angabe. | |||
| Hamburg | 3.989 € | 3.411 € bis 4.477 € | 543 | 2 von 14 |
| Hessen | 3.765 € | 3.136 € bis 4.466 € | 1.219 | 5 von 14 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 3.759 € | 3.112 € bis 4.301 € | 600 | 6 von 14 |
| Niedersachsen | 3.548 € | 2.984 € bis 4.162 € | 2.490 | 12 von 14 |
| Nordrhein-Westfalen | 3.698 € | 3.094 € bis 4.381 € | 4.933 | 8 von 14 |
| Rheinland-Pfalz | 3.692 € | 3.132 € bis 4.356 € | 1.078 | 9 von 14 |
| Saarland | Nicht ausgewiesen, die Fallzahl ist zu klein für eine belastbare Angabe. | |||
| Sachsen | 3.355 € | 2.821 € bis 3.944 € | 1.238 | 14 von 14 |
| Sachsen-Anhalt | 3.612 € | 3.041 € bis 4.162 € | 784 | 11 von 14 |
| Schleswig-Holstein | 3.837 € | 3.319 € bis 4.437 € | 915 | 3 von 14 |
| Thüringen | 3.431 € | 2.931 € bis 4.020 € | 730 | 13 von 14 |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Ein höherer Verdienst ist nicht automatisch mehr Geld
Die Tabelle zeigt Bruttoverdienste, keine Kaufkraft. Wo mehr gezahlt wird, sind Mieten und Lebenshaltungskosten meist ebenfalls höher. Ein Unterschied von wenigen hundert Euro sagt deshalb wenig darüber aus, wie viel am Monatsende übrig bleibt.
Für Bremen, Saarland, Dresden, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Frankfurt am Main, Nürnberg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Stuttgart weist der Entgeltatlas keinen Wert aus, weil dort zu wenige Beschäftigte in dieser Berufsgattung erfasst sind. Die Regionalwerte summieren sich deshalb auf 20.927 Beschäftigte, während der Bundeswert auf 21.410 beruht.
Was den Verdienst verschiebt
Für die einzelnen Faktoren gibt es keine seriös belegbare Einzelzahl, die für alle Ergotherapeuten gleichzeitig gilt. Deshalb stehen hier Erklärungen statt Beträge. Für Region und Alter weist der Entgeltatlas dagegen eigene Zahlen aus, die in den jeweiligen Abschnitten stehen.
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Anstellung und Träger
Eine Klinik oder ein kommunaler Träger zahlt nach Tarif, meist über dem Niveau kleiner Privatpraxen. Die Anstellung ist der stärkste einzelne Hebel auf den Monatsbetrag.
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Art der Tätigkeit
Im öffentlichen Dienst entscheidet nicht der Abschluss über die Eingruppierung, sondern der Anteil schwieriger Aufgaben an der Arbeitszeit. Wer überwiegend mit Demenzpatienten arbeitet, erreicht eine höhere Entgeltgruppe.
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Fachbereich
Psychiatrie, Neurologie, Pädiatrie und Arbeitstherapie unterscheiden sich in Anforderung und Trägerstruktur. Das wirkt sich über die Art der Einrichtung auf den Verdienst aus.
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Setting
Angestellt in Praxis, Klinik, Reha oder Werkstatt, oder selbstständig mit eigener Praxis: Das Setting entscheidet über Tarifbindung, Sonderzahlungen und das Verhältnis von Verdienst und Risiko.
Ausbildung, Zugang und was sie kostet
Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der staatlichen Prüfung. Sie findet an staatlich anerkannten Schulen statt, ist also eine schulische und keine betriebliche Ausbildung (§ 4 Absatz 1 Ergotherapeutengesetz). Wer die Berufsbezeichnung führen will, braucht danach die staatliche Erlaubnis.
Vorgeschrieben sind 2.700 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht sowie 1.700 Stunden praktische Ausbildung, zusammen 4.400 Stunden (§ 1 Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung). Größter Einzelblock im Unterricht sind die handwerklichen und gestalterischen Techniken mit 500 Stunden. Die praktische Ausbildung verteilt sich auf je 400 Stunden im psychosozialen, im motorisch-funktionellen oder neurologischen und im arbeitstherapeutischen Bereich, dazu 500 frei verteilbare Stunden.
Zugelassen wird, wer eine abgeschlossene Realschulbildung oder eine gleichwertige Ausbildung nachweist, alternativ nach dem Hauptschulabschluss eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung (§ 4 Absatz 2 ErgThG). Für die spätere Berufserlaubnis müssen zusätzlich gesundheitliche Eignung, Zuverlässigkeit und ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen werden.
Wird die Ausbildung bezahlt?
Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Ausbildungsvergütung
Weder das Ergotherapeutengesetz noch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sehen eine Vergütung vor. Auch das Berufsbildungsgesetz greift nicht, denn es gilt nach § 3 Absatz 1 BBiG ausdrücklich nicht für die Ausbildung an berufsbildenden Schulen. Wer an einer privaten Berufsfachschule lernt, bekommt deshalb in der Regel kein Geld während der Ausbildung. Bezahlt wird nur, wenn der Ausbildungsträger unter den TVöD fällt, also etwa eine kommunale Klinik.
| Ausbildungsjahr | ab 01.05.2026 | bis 30.04.2026 |
|---|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.365,24 € | 1.290,24 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.425,30 € | 1.350,30 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.522,03 € | 1.447,03 € |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Der TVAöD nennt Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten ausdrücklich (§ 1 Absatz 1 Buchstabe c Nummer 4 Allgemeiner Teil, § 1a Besonderer Teil Pflege). Wie selten dieser Fall ist, zeigt eine Erhebung für das Bundesgesundheitsministerium: Anfang 2019 erhielten in den Gesundheitsfachberufen nur rund 11 Prozent der Auszubildenden eine Vergütung, 5.697 von 53.535.
Schulgeld
Schulgeld ist in der Ergotherapie die Regel, nicht die Ausnahme. Im Schuljahr 2018/2019 wurde in rund 63 Prozent der knapp 900 Ausbildungsgänge der Gesundheitsfachberufe Schulgeld erhoben, im Mittel etwa 250 Euro im Monat. An Schulen in freier oder privater Trägerschaft lag es im Mittel bei 263 Euro, an staatlichen bei 106 Euro. Das trifft die Ergotherapie besonders: Von 3.121 Absolvierenden im Schuljahr 2024/2025 kamen 2.492 und damit rund 80 Prozent von Schulen in privater Trägerschaft.
Schulgeld immer bei der Schule und dem Land erfragen
Die Schulgeldfreiheit ist Ländersache und bleibt ein Flickenteppich. Mehrere Förderprogramme laufen zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus, unter anderem 2025, 2026 und 2027. Ein aktuelles Beispiel für die Größenordnung: Die Schule für Ergotherapie Stuttgart verlangt regulär 420 Euro im Monat und mit dem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg 280 Euro, dazu einmalig 320 Euro für den Handwerkskasten und 250 Euro Prüfungsgebühr. Verbindlich ist immer die Auskunft der jeweiligen Schule und der zuständigen Landesbehörde.
Ergotherapeut studieren
Ergotherapie lässt sich auch studieren. Die befristete Modellklausel, unter der hochschulische Ausbildungen erprobt wurden, ist nach § 10 ErgThG am 31. Dezember 2024 außer Kraft getreten. An ihre Stelle ist § 8b ErgThG getreten: Die Länder können dauerhaft bestimmen, dass die Ausbildung abweichend an Hochschulen stattfindet. Ein primärqualifizierendes Studium führt in sieben Semestern und 210 ECTS-Punkten zum Bachelor of Science mit gleichzeitiger Berufszulassung.
Auch hier trennt sich staatlich von privat: An der staatlichen Hochschule Bochum fallen keine Studiengebühren an, sondern nur der Semesterbeitrag von 376,80 Euro. An der privaten HSD Hochschule Döpfer kostet der ausbildungs- und berufsbegleitende Bachelor 9.000 Euro insgesamt.
Die angekündigte Reform
Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD aus dem Jahr 2025 kündigt an, die Berufsgesetze für Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie zügig und zukunftsfest zu reformieren. Ein Referentenentwurf für ein neues Ergotherapeutengesetz liegt bislang nicht öffentlich vor, ein konkreter Zeitplan fehlt.
Quellen: Ergotherapeutengesetz (ErgThG) §§ 2, 4, 8b, 10 sowie Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (ErgThAPrV) § 1 und Anlage 1, jeweils gesetze-im-internet.de, Fassung 2023; § 3 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz; TVAöD Allgemeiner Teil § 1 und Besonderer Teil Pflege §§ 1a, 8, Lesefassung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, gültig ab 01.05.2026; Erhebung für das Bundesministerium für Gesundheit zu Ausbildungsvergütung und Schulgeld in den Gesundheitsfachberufen, Erhebungsjahr 2019; Statistisches Bundesamt, Schulen des Gesundheitswesens, Schuljahr 2024/2025; Koalitionsvertrag CDU, CSU und SPD, 21. Legislaturperiode. Die Angaben zu Schulgeld und Studiengebühren sind Stichproben und keine vollständige Übersicht.
Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?
Die Verdienstzahlen oben stammen aus der amtlichen Statistik und beziehen sich auf das Datenjahr 2025. Wie die Lage heute aussieht, zeigt ein Blick in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Beim Abruf am 01.09.2026 waren dort 4.205 Stellen zum Suchbegriff Ergotherapeut ausgeschrieben.
Vollzeit und Teilzeit addieren sich nicht auf 100 Prozent
Viele Anzeigen bieten beides an, deshalb zählt eine Stelle in beiden Werten mit. Die Prozentzahlen beschreiben also, bei wie vielen Anzeigen die jeweilige Arbeitszeit möglich ist, nicht wie viele Stellen tatsächlich so besetzt werden. Ebenso wenig lässt sich die Zahl der offenen Stellen mit der Zahl der Beschäftigten zu einer Quote verrechnen: Eine Anzeige kann mehrere Stellen meinen, und nicht jede offene Stelle wird gemeldet.
Für Quereinsteiger sind 88 Anzeigen ausdrücklich gekennzeichnet, das sind rund 2 Prozent. Das ist wenig und passt zu einem Beruf, der eine staatliche Prüfung voraussetzt. Die Zahlen sind ein Tagesstand und ändern sich laufend.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jobsuche-API Version 6, Suchbegriff Ergotherapeut, Abruf am 01.09.2026. Grundgesamtheit sind die zu diesem Zeitpunkt in der Jobbörse veröffentlichten Stellenangebote, nicht alle offenen Stellen am Markt. Die Facetten der Schnittstelle sind mehrfachbelegt, eine Anzeige kann in mehreren Kategorien gezählt werden.
Im Vergleich zu verwandten Berufen
Alle Werte in dieser Tabelle gelten für dasselbe Anforderungsniveau (Spezialist), dasselbe Datenjahr und für Deutschland insgesamt. Nur so ist der Vergleich überhaupt zulässig.
| Beruf | Median | Unterschied | Beschäftigte |
|---|---|---|---|
| Ergotherapeut | 3.695 € | dieser Beruf | 21.410 |
| Logopädie | 3.576 € | -119 € | 7.327 |
| Physiotherapie | 3.452 € | -243 € | 62.793 |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Verglichen werden unterschiedliche Berufsgattungen mit jeweils eigener Grundgesamtheit. Unterschiede, die kleiner sind als die mittlere Spanne innerhalb eines Berufs, taugen deshalb nicht als Aussage über den einzelnen Arbeitsplatz.
Ergotherapeut im öffentlichen Dienst (TVöD)
Wer bei einem kommunalen Träger, in einer Klinik oder einer Reha-Einrichtung des öffentlichen Dienstes arbeitet, wird nach dem TVöD-VKA vergütet. Examinierte Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten mit staatlicher Anerkennung werden in die Entgeltgruppe 7 eingruppiert. Ohne staatliche Anerkennung gilt die Entgeltgruppe 5.
| Gruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| E5 (ohne Anerkennung) | 3.124,08 € | 3.318,04 € | 3.449,05 € | 3.587,78 € | 3.703,66 € | 3.783,33 € |
| E7 (typisch) | 3.294,98 € | 3.537,94 € | 3.682,69 € | 3.828,76 € | 3.969,05 € | 4.045,24 € |
| E9a (schwierige Aufgaben) | 3.658,61 € | 3.877,94 € | 4.097,67 € | 4.586,77 € | 4.697,43 € | 4.979,97 € |
| E9b (überwiegend Demenz) | 3.779,84 € | 4.039,01 € | 4.203,56 € | 4.690,55 € | 4.979,11 € | 5.313,37 € |
Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.
Der Stufenaufstieg folgt festen Zeiten: ein Jahr in Stufe 1, zwei Jahre in Stufe 2, drei Jahre in Stufe 3, vier Jahre in Stufe 4 und fünf Jahre in Stufe 5 (§ 16 TVöD-VKA). Von Stufe 1 bis Stufe 6 vergehen insgesamt 15 Jahre. Dazu kommt die Jahressonderzahlung, die ab 2026 einheitlich 85 Prozent eines Monatsentgelts beträgt.
Die Eingruppierung hängt von der Tätigkeit ab
Ob eine höhere Gruppe greift, wird nach Arbeitsvorgängen bestimmt. Geprüft wird also, ob die qualifizierenden Aufgaben zeitlich den geforderten Anteil ausmachen: mindestens ein Viertel für die Entgeltgruppe 8, mindestens die Hälfte für die Entgeltgruppe 9b. Für die Gruppe 9b hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass eine zum Zeitpunkt der Behandlung ärztlich diagnostizierte Demenz vorliegen muss, bloße Anhaltspunkte genügen nicht (Urteil vom 13.12.2023, Aktenzeichen 4 AZR 322/22).
Eigene Praxis und Selbstständigkeit
Für Ergotherapeuten mit eigener Praxis gibt es keine amtliche Verdienstzahl. Die Beschäftigtenstatistik, auf der der Entgeltatlas beruht, erfasst ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Selbstständige und ihre Gewinneinkünfte sind darin nicht enthalten, dafür ist diese Statistik nicht die Quelle.
Was am Ende bleibt, hängt bei einer Praxis von Umsatz, Auslastung, Kassenzulassung, Zahl der Angestellten und den laufenden Kosten für Räume, Material und Verwaltung ab. Diese Größen unterscheiden sich so stark, dass ein pauschaler Betrag hier in die Irre führen würde.
Brutto ist nicht netto
Alle genannten Werte sind Bruttoverdienste. Was davon auf dem Konto ankommt, hängt von Merkmalen ab, die von Person zu Person verschieden sind: Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuerpflicht, Bundesland und der Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Ein allgemeingültiges Netto zu einem Bruttoverdienst gibt es deshalb nicht.
Für die konkrete Berechnung ist der offizielle Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen die richtige Anlaufstelle: bmf-steuerrechner.de. Wie die Abzugsarten zusammenspielen, steht unter Brutto und Netto.
Keine Steuer- oder Rechtsberatung
Diese Seite ordnet Statistik ein und ersetzt keine Beratung. Für die persönliche Steuerlast und alles, was von der individuellen Lebenssituation abhängt, sind der offizielle Rechner des Bundesministeriums der Finanzen sowie eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater beziehungsweise ein Lohnsteuerhilfeverein zuständig.
Erfahrungen aus dem Beruf
Wie ist die Arbeit als Ergotherapeut wirklich? Ihre Erfahrung hilft allen, die den Beruf gerade lernen, wechseln oder verhandeln wollen. Freiwillig, ohne Namen, ohne Anmeldung.
Ihre Erfahrung beisteuern optional
- Was mehr gebracht hat: „Fortbildung Manuelle Therapie, rund 10 Prozent mehr.“
- Tarif und Arbeitgeber: „Wechsel in Tarifgruppe E9b, rund 20 Prozent mehr.“
- Wie hart es ist: „Körperlich sehr anstrengend.“ oder „Oft Nachtschichten.“
- Was Sie vorher gern gewusst hätten: beim Einstieg oder beim Wechsel.
Häufige Fragen zum Gehalt von Ergotherapeuten
Wie viel verdient ein Ergotherapeut im Monat?
Der Median liegt bei 3.695 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026). Die mittleren 50 Prozent verdienen zwischen 3.086 und 4.336 Euro. Das ist ein Median, kein Durchschnitt, und er gilt für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, nicht für Selbstständige.
Was verdient ein Ergotherapeut am Berufsanfang?
In der Altersgruppe unter 25 Jahren liegt der Median bei 3.286 Euro brutto im Monat und damit 409 Euro unter dem Wert für alle Altersgruppen (Entgeltatlas, Datenjahr 2025). Der Entgeltatlas weist Altersgruppen aus, nicht Berufsjahre. Im öffentlichen Dienst ist die Stufe 1 der Entgeltgruppe 7 mit 3.294,98 Euro der tarifliche Einstiegswert.
Wird die Ausbildung zum Ergotherapeuten bezahlt?
In der Regel nicht. Weder das Ergotherapeutengesetz noch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sehen eine Vergütung vor, und das Berufsbildungsgesetz gilt nach § 3 Absatz 1 nicht für die Ausbildung an berufsbildenden Schulen. Nur wenn der Träger unter den TVöD fällt, wird nach TVAöD gezahlt, ab 01.05.2026 zwischen 1.365,24 und 1.522,03 Euro je nach Ausbildungsjahr. Anfang 2019 erhielten in den Gesundheitsfachberufen nur rund 11 Prozent der Auszubildenden überhaupt eine Vergütung.
Was verdient ein Ergotherapeut netto?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil Steuerklasse, Kirchensteuer, Bundesland, Kinderfreibeträge und der Zusatzbeitrag der Krankenkasse das Ergebnis verändern. Die konkrete Berechnung gehört in den offiziellen Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen.
Verdient ein Ergotherapeut mehr als ein Physiotherapeut?
Ja, im Median. Die Ergotherapie liegt bei 3.695 Euro, die Physiotherapie bei 3.452 Euro brutto im Monat, jeweils Vollzeit und auf dem Anforderungsniveau Spezialist (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025). Der Abstand beträgt 243 Euro. Verglichen werden dabei zwei unterschiedliche Berufsgattungen mit eigener Grundgesamtheit, für den einzelnen Arbeitsplatz sagt der Abstand deshalb wenig aus.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Beruf Ergotherapie, Median-Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter sowie Quartile, Regional- und Altersgliederung, Datenjahr 2025, Stand 09/2026; Bundesagentur für Arbeit, Jobsuche-API Version 6, Abruf 01.09.2026; TVöD-VKA Entgelttabelle, gültig 01.05.2026 bis 31.03.2027; Entgeltordnung VKA, Ziffer zu Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten; Ergotherapeutengesetz und Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Die Werte gelten für abhängig Beschäftigte in Vollzeit. Selbstständige sind in der Verdienststatistik nicht enthalten. Fehler oder veraltete Angaben bitte an [email protected] melden.