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Erzieherin sortiert Bausteine an einem niedrigen Tisch in einem hellen Kita-Gruppenraum

Was verdient ein Erzieher?

Der mittlere Verdienst laut amtlicher Beschäftigtenstatistik, die Spanne dahinter und was den Betrag verschiebt

Erzieherinnen und Erzieher verdienen in Vollzeit im Median 4.314 € brutto im Monat. Die mittleren 50 Prozent liegen zwischen 3.842 € und 4.848 € (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025).

Auf dieser Seite
  1. Wo stehen Sie?
  2. Was die 4.314 € bedeuten
  3. Die Spanne: wer weniger, wer mehr verdient
  4. Verdienst nach Altersgruppe
  5. Verdienst nach Bundesland
  6. Was den Verdienst verschiebt
  7. Ausbildung, Zugang und Kosten
  8. Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?
  9. Im Vergleich zu verwandten Berufen
  10. Verdienst nach Anforderungsniveau
  11. Im öffentlichen Dienst (TVöD SuE)
  12. Selbstständigkeit und eigene Einrichtung
  13. Brutto ist nicht netto
  14. Erfahrungen aus dem Beruf
  15. Häufige Fragen

Wo stehen Sie?

Regler auf Ihr Bruttogehalt schieben. Die Einordnung erscheint sofort.

50 % der Vollzeitbeschäftigten in diesem Beruf verdienen weniger als Sie.
Verdienstverteilung mit Ihrer Einordnung Modellierte Verteilung der Bruttomonatsverdienste. Die mittleren 50 Prozent liegen zwischen 3.842 € und 4.848 €, der Median bei 4.314 €. 3.842 € 4.848 € Median 4.314 € Sie
Median und Quartile stammen aus der amtlichen Statistik. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025. Der Kurvenverlauf dazwischen ist eine an diese drei Werte angepasste Lognormalverteilung, also ein Modell und keine erhobene Messreihe.
Amtlicher Median 4.314 € Entgeltatlas, Datenjahr 2025
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Netto für diesen Betrag berechnen Im TVöD SuE liegt S 8a zwischen 3.509,44 € und 4.668,84 €, dazu kommt die SuE-Zulage von 130 €.

Erfahrungen aus dem Beruf lesen Fortbildung, Tarif, Belastung: was Kolleginnen und Kollegen berichten
Woher diese Zahlen stammen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung auf dem Anforderungsniveau Spezialist, Median-Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter, Datenjahr 2025, Stand 09/2026, entgeltatlas.arbeitsagentur.de. Der Entgeltatlas beruht auf der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Erfasst sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit. Beamte, Selbstständige und geringfügig Beschäftigte sind nicht enthalten. Ausgewiesen ist der Median, also der mittlere Wert, nicht das arithmetische Mittel. Die Werte beruhen auf 168.056 erfassten Vollzeitbeschäftigten. Das ist die mit Abstand größte Grundgesamtheit unter den bisher ausgewerteten Berufen und macht die Zahlen entsprechend belastbar.

Was die 4.314 € bedeuten

Die 4.314 € sind der Median: Genau in der Mitte der Erzieherinnen und Erzieher in Vollzeit verdient die eine Hälfte mehr, die andere weniger. Ein Median wird von sehr hohen Einzelverdiensten kaum bewegt und beschreibt die Lage der Mitte deshalb ehrlicher als ein Durchschnitt.

Auf zwölf Monatsgehälter gerechnet entspricht der Median rund 51.768 Euro im Jahr. Diese Jahreszahl ist eine einfache Multiplikation aus dem monatlichen Median und keine eigene Erhebung. Die Jahressonderzahlung im öffentlichen Dienst ist darin nicht enthalten, sie kommt zusätzlich.

Die Statistik erfasst nur Vollzeit

In der Kinderbetreuung ist Teilzeit besonders verbreitet. Der Median beschreibt deshalb die Vollzeitkräfte und nicht den Durchschnitt aller Beschäftigten in Kitas. Wer in Teilzeit arbeitet, verdient entsprechend anteilig weniger. Für die Frage, was der Beruf in Vollzeit trägt, ist die Zahl trotzdem die richtige.

Median statt Durchschnitt

Viele Gehaltsseiten nennen einen Durchschnitt. Weil Verdienste nach oben offen sind, liegt der Durchschnitt in aller Regel über dem Median. Wer wissen will, ob er über oder unter der Mitte liegt, vergleicht mit dem Median. Warum beide Werte auseinanderfallen, steht ausführlich unter Median oder Durchschnitt.

Die Spanne: wer weniger, wer mehr verdient

Ein einzelner Wert verdeckt, wie breit die Verdienste streuen. Der Entgeltatlas weist deshalb neben dem Median auch das untere und das obere Quartil aus. Zwischen beiden liegen die mittleren 50 Prozent der Erzieher in Vollzeit.

Bruttomonatsverdienst von Erziehern in Vollzeit, Median und Quartile. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026.
Lage in der VerteilungBruttomonatsverdienstBedeutung
Unteres Quartil (25 %)3.842 €Ein Viertel verdient weniger
Median (50 %)4.314 €Die Mitte, die Hälfte darüber, die Hälfte darunter
Oberes Quartil (75 %)4.848 €Ein Viertel verdient mehr

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Unterschied zwischen Frauen und Männern

Der Entgeltatlas weist die Verdienste auch getrennt nach Geschlecht aus. Männer verdienten im Median 4.350 € (Fallzahl 25.771). Frauen 4.308 € (Fallzahl 142.285). Der Abstand beträgt 42 Euro im Monat, das sind rund 1 Prozent bezogen auf den Verdienst der Männer (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025).

Dieser Abstand vergleicht Gruppendurchschnitte innerhalb desselben Berufs und desselben Anforderungsniveaus, er misst also nicht, ob für dieselbe Tätigkeit unterschiedlich gezahlt wird. Wie solche Kennzahlen zu lesen sind, steht unter Gender Pay Gap.

Median und mittlere Verdienstspanne Die mittleren 50 Prozent verdienen zwischen 3.842 € und 4.848 €. Der Median liegt bei 4.314 €. mittlere 50 % 3.842 € unteres Quartil 4.314 € Median 4.848 € oberes Quartil
Ein Viertel verdient weniger als 3.842 €, ein Viertel mehr als 4.848 €, in der Mitte liegt der Median von 4.314 €. Bruttomonatsverdienst in Vollzeit. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025.

Verdienst nach Altersgruppe

Wer länger im Beruf ist, verdient im Mittel mehr. Der Entgeltatlas weist das allerdings nach Altersgruppen aus, nicht nach Berufsjahren. Wer mit 40 quer einsteigt, zählt hier zur mittleren Gruppe, obwohl er gerade erst anfängt. Die Zahlen zeigen also einen groben Verlauf, keine persönliche Gehaltskurve.

Bruttomonatsverdienst von Physiotherapeuten in Vollzeit nach Altersgruppe. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026.
AltersgruppeMedianMittlere 50 ProzentBeschäftigte
Unter 25 Jahre in der Regel die ersten Berufsjahre 4.055 € 3.664 € bis 4.270 € 20.682
25 bis unter 55 Jahre die mit Abstand größte Gruppe 4.324 € 3.831 € bis 4.807 € 124.074
55 Jahre und älter späte Berufsjahre 4.922 € 4.221 € bis 5.508 € 23.300

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

In den ersten Berufsjahren liegt der Median bei 4.055 € und damit 259 € unter dem Wert für alle Altersgruppen. Das ist die realistischste Zahl für den Berufseinstieg, die die amtliche Statistik hergibt.

Der höhere Wert im Alter gilt nicht für alle

Bei den Beschäftigten ab 55 liegt der Median zwar bei 4.922 €, die mittleren 50 Prozent streuen dort aber von 4.221 € bis 5.508 €. Die Spanne ist damit deutlich breiter als in den ersten Berufsjahren. Ein Teil dieser Gruppe verdient also spürbar mehr, ein anderer Teil liegt weiterhin im unteren Bereich.

Verdienst nach Bundesland

Zwischen den Bundesländern liegen 529 € im Monat. Am meisten wird in Baden-Württemberg gezahlt (4.477 €), am wenigsten in Sachsen-Anhalt (3.948 €). Der Bundeswert liegt bei 4.314 €.

Bruttomonatsverdienst von Physiotherapeuten in Vollzeit nach Bundesland, Median und mittlere Spanne. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026.
BundeslandMedianMittlere 50 ProzentBeschäftigteRang
Baden-Württemberg 4.477 € 4.108 € bis 4.967 € 37.096 1 von 16
Bayern 4.464 € 4.005 € bis 5.047 € 17.830 2 von 16
Berlin 3.965 € 3.464 € bis 4.467 € 10.481 15 von 16
Brandenburg 4.130 € 3.603 € bis 4.694 € 3.771 11 von 16
Bremen 4.307 € 3.804 € bis 4.747 € 1.245 5 von 16
Hamburg 4.216 € 3.633 € bis 4.791 € 4.803 9 von 16
Hessen 4.356 € 3.847 € bis 4.982 € 9.974 4 von 16
Mecklenburg-Vorpommern 4.051 € 3.585 € bis 4.585 € 2.609 14 von 16
Niedersachsen 4.260 € 3.833 € bis 4.758 € 10.732 7 von 16
Nordrhein-Westfalen 4.284 € 3.825 € bis 4.827 € 44.152 6 von 16
Rheinland-Pfalz 4.372 € 4.001 € bis 4.949 € 8.506 3 von 16
Saarland 4.255 € 3.995 € bis 4.706 € 2.320 8 von 16
Sachsen 4.104 € 3.589 € bis 4.644 € 3.137 12 von 16
Sachsen-Anhalt 3.948 € 3.463 € bis 4.514 € 2.713 16 von 16
Schleswig-Holstein 4.173 € 3.765 € bis 4.736 € 5.441 10 von 16
Thüringen 4.053 € 3.657 € bis 4.545 € 3.246 13 von 16

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Verdienst in einzelnen Großstädten

Für einzelne Großstädte weist der Entgeltatlas eigene Werte aus, sofern dort genug Beschäftigte erfasst sind.

Bruttomonatsverdienst von Physiotherapeuten in Vollzeit in ausgewählten Großstädten. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026.
StadtMedianMittlere 50 ProzentBeschäftigte
Dortmund 4.272 € 3.881 € bis 4.872 € 1.600
Dresden 4.244 € 3.770 € bis 4.741 € 879
Düsseldorf 4.270 € 3.759 € bis 4.789 € 1.657
Essen 4.327 € 3.890 € bis 4.858 € 1.795
Frankfurt am Main 4.466 € 4.004 € bis 5.159 € 1.828
Hannover 4.185 € 3.769 € bis 4.705 € 1.107
Köln 4.198 € 3.683 € bis 4.654 € 2.358
München 4.999 € 4.529 € bis 5.690 € 4.689
Nürnberg 4.257 € 3.742 € bis 4.716 € 777
Stuttgart 4.401 € 3.939 € bis 4.965 € 2.082

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Ein höherer Verdienst ist nicht automatisch mehr Geld

Die Tabelle zeigt Bruttoverdienste, keine Kaufkraft. Wo mehr gezahlt wird, sind Mieten und Lebenshaltungskosten meist ebenfalls höher. Ein Unterschied von wenigen hundert Euro sagt deshalb wenig darüber aus, wie viel am Monatsende übrig bleibt.

Für Leipzig weist der Entgeltatlas keinen Wert aus, weil dort zu wenige Beschäftigte in dieser Berufsgattung erfasst sind. Die Regionalwerte summieren sich deshalb auf 186.828 Beschäftigte, während der Bundeswert auf 168.056 beruht.

Was den Verdienst verschiebt

Für die einzelnen Faktoren gibt es keine seriös belegbare Einzelzahl, die für alle Erzieherinnen und Erzieher gleichzeitig gilt. Deshalb stehen hier Erklärungen statt Beträge. Für Alter und Bundesland weist der Entgeltatlas eigene Zahlen aus, die in den jeweiligen Abschnitten stehen.

Erzieherin sitzt im Gruppenraum auf dem Boden und zeigt vier Kindern ein Bilderbuch
Nicht der Abschluss entscheidet über die Eingruppierung, sondern die übertragene Tätigkeit. Gruppenleitung, Praxisanleitung und besonders schwierige Aufgaben sind die Merkmale, die den Verdienst nach oben verschieben.

Ausbildung, Zugang und was sie kostet

Anders als bei Physiotherapie, Ergotherapie oder Pflege gibt es für den Erzieherberuf kein Bundesgesetz. Grundlage ist die Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz, die nur einen Mindestrahmen setzt. Die konkrete Ausgestaltung liegt bei den 16 Ländern und ist entsprechend unterschiedlich. Die Ausbildung dauert in Vollzeit in der Regel drei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung. Die Bezeichnung Staatlich anerkannte Erzieherin ist geschützt.

Vorgeschrieben sind mindestens 2.400 Unterrichtsstunden und mindestens 1.200 Stunden schulisch begleitete Praxis, zusammen 3.600 Stunden. Die Unterrichtsstunden teilen sich in mindestens 360 Stunden fachrichtungsübergreifenden und mindestens 1.800 Stunden fachrichtungsbezogenen Unterricht. Aus einer mindestens zweijährigen einschlägigen Erstqualifizierung lassen sich bis zu 600 Praxisstunden und bis zu 1.200 Unterrichtsstunden anrechnen. Der Abschluss liegt auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, also auf derselben Stufe wie ein Bachelor.

Regelzugang ist ein mittlerer Schulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung oder einer nach Landesrecht gleichwertigen Vorbildung. Alternativ kommt hinein, wer einen mittleren Abschluss und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine Hochschulzugangsberechtigung mitbringt. Ob und wie lange ein Vorpraktikum verlangt wird, ist Ländersache und unterscheidet sich deutlich.

Wird die Ausbildung bezahlt?

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Ausbildungsvergütung

Hier entscheidet die Ausbildungsform über alles. Die klassische vollzeitschulische Fachschulausbildung wird nicht vergütet. Sie ist aber nach dem BAföG und seit 2020 auch nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig, der AFBG-Zuschuss zum Lebensunterhalt liegt für eine alleinstehende Person bei 1.019 Euro im Monat. Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) dagegen wird vom ersten Tag an bezahlt. Sie wird in neun der 16 Bundesländer angeboten, regulär verankert in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern, anderswo als Modellprojekt. Im Schuljahr 2023/24 begannen 61 Prozent die vollzeitschulische Form und 39 Prozent ein berufsbegleitendes Modell oder die PiA.

Monatliche Ausbildungsvergütung für Erzieher bei einem Träger im Geltungsbereich des TVöD (Bund und Kommunen). Quelle: § 8 Absatz 2 TVAöD Besonderer Teil Pflege, Lesefassung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.
Ausbildungsjahr ab 01.05.2026 bis 30.04.2026
1. Ausbildungsjahr 1.490,69 € 1.415,69 €
2. Ausbildungsjahr 1.552,07 € 1.477,07 €
3. Ausbildungsjahr 1.653,38 € 1.578,38 €

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Die Beträge gelten für die praxisintegrierte Ausbildung bei tarifgebundenen Trägern nach dem TVAöD Besonderer Teil Pflege. Ein Detail, das oft falsch wiedergegeben wird: Die Erzieher-PiA wurde zum 1. März 2018 über § 1 Absatz 1 Buchstabe b einbezogen, also in dieselbe Gruppe wie die Pflegeberufe. Sie liegt damit rund 125 Euro über den Sätzen für die Gesundheitsfachberufe nach Buchstabe c, unter die etwa Physiotherapie und Ergotherapie fallen. Wer die klassische Ausbildung mit anschließendem Anerkennungsjahr macht, erhält in diesem Jahr nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten 1.952,02 Euro im Monat. Bei kirchlichen Trägern gelten eigene Tarifwerke mit abweichenden Beträgen.

Schulgeld

An öffentlichen Fachschulen fällt in der Regel kein Schulgeld an, hier unterscheidet sich der Erzieherberuf deutlich von den Gesundheitsfachberufen. An privaten Fachschulen ist Schulgeld dagegen üblich. Da die Ausbildung Ländersache ist und die Trägerlandschaft je Bundesland anders aussieht, gibt es dazu keine belastbare bundesweite Zahl.

Schulgeld immer bei der Schule und dem Land erfragen

Verbindlich ist immer die Auskunft der jeweiligen Fachschule und der zuständigen Landesbehörde. Wer die praxisintegrierte Form wählt, umgeht die Schulgeldfrage meist ohnehin, weil der Praxisträger die Ausbildung vergütet.

Erzieher studieren

Neben der Fachschulausbildung gibt es das Studium der Kindheitspädagogik beziehungsweise Elementarpädagogik, das an Hochschulen in der Regel in sechs bis sieben Semestern zum Bachelor führt. Es ersetzt die Erzieherausbildung nicht automatisch: Ob und unter welchen Bedingungen daraus eine staatliche Anerkennung folgt, regeln wiederum die Länder. Für die Eingruppierung im öffentlichen Dienst zählt ohnehin nicht der Abschluss allein, sondern die tatsächlich übertragene Tätigkeit.

An staatlichen Hochschulen fallen keine Studiengebühren an, sondern nur der Semesterbeitrag. Private Anbieter verlangen Studiengebühren in unterschiedlicher Höhe.

Die angekündigte Reform

Der Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung prägt die Debatte. Die Länder haben in den vergangenen Jahren vor allem den Zugang erweitert und die vergütete praxisintegrierte Ausbildung ausgebaut, deren Anteil in Baden-Württemberg bereits bei 56 und in Nordrhein-Westfalen erstmals bei 51 Prozent der Ausbildungsanfänge liegt. Eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung des Berufs ist nicht in Sicht, sie wäre auch verfassungsrechtlich Ländersache.

Quellen: Kultusministerkonferenz, Rahmenvereinbarung über Fachschulen, Beschluss vom 07.11.2002 in der Fassung vom 20.03.2026; Deutscher Qualifikationsrahmen, Qualifikationsdatenbank; Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2025 (Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte), Kapitel 7.2, Schuljahr 2023/24; TVAöD Besonderer Teil Pflege § 1 Absatz 1 Buchstabe b, Entgelttabelle gültig ab 01.05.2026; Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten des öffentlichen Dienstes (TVPöD) § 8. Die Angaben zu Schulgeld und Studium sind Stichproben und keine vollständige Übersicht.

Wie sieht der Arbeitsmarkt aus?

Die Verdienstzahlen oben stammen aus der amtlichen Statistik und beziehen sich auf das Datenjahr 2025. Wie die Lage heute aussieht, zeigt ein Blick in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Beim Abruf am 09.09.2026 waren dort 14.500 Stellen zum Suchbegriff Erzieher ausgeschrieben.

14.500 ausgeschriebene Stellen zum Suchbegriff Erzieher
63 % bieten Vollzeit an 9.141 Anzeigen
65 % Teilzeit möglich 9.466 Anzeigen
56 % ausdrücklich unbefristet 8.161 Anzeigen
14 % aus Arbeitnehmerüberlassung 1.992 Anzeigen
450 Ausbildungsstellen in derselben Suche

Vollzeit und Teilzeit addieren sich nicht auf 100 Prozent

Viele Anzeigen bieten beides an, deshalb zählt eine Stelle in beiden Werten mit. Die Prozentzahlen beschreiben also, bei wie vielen Anzeigen die jeweilige Arbeitszeit möglich ist, nicht wie viele Stellen tatsächlich so besetzt werden. Ebenso wenig lässt sich die Zahl der offenen Stellen mit der Zahl der Beschäftigten zu einer Quote verrechnen: Eine Anzeige kann mehrere Stellen meinen, und nicht jede offene Stelle wird gemeldet.

Für Quereinsteiger sind 746 Anzeigen ausdrücklich gekennzeichnet, das sind rund 5 Prozent. Das ist wenig und passt zu einem Beruf, der eine staatliche Prüfung voraussetzt. Die Zahlen sind ein Tagesstand und ändern sich laufend.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Jobsuche-API Version 6, Suchbegriff Erzieher, Abruf am 09.09.2026. Grundgesamtheit sind die zu diesem Zeitpunkt in der Jobbörse veröffentlichten Stellenangebote, nicht alle offenen Stellen am Markt. Die Facetten der Schnittstelle sind mehrfachbelegt, eine Anzeige kann in mehreren Kategorien gezählt werden.

Im Vergleich zu verwandten Berufen

Alle Werte in dieser Tabelle gelten für dasselbe Anforderungsniveau (Spezialist), dasselbe Datenjahr und für Deutschland insgesamt. Nur so ist der Vergleich überhaupt zulässig.

Bruttomonatsverdienst in Vollzeit im Vergleich, Median und Fallzahl. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026.
BerufMedianUnterschiedBeschäftigte
Erzieher 4.314 € dieser Beruf 168.056
Sozialarbeit und Sozialpädagogik 4.852 € +538 € 12.835
Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik 4.525 € +211 € 37.596
Haus- und Familienpflege 3.702 € -612 € 1.696

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Verglichen werden unterschiedliche Berufsgattungen mit jeweils eigener Grundgesamtheit. Unterschiede, die kleiner sind als die mittlere Spanne innerhalb eines Berufs, taugen deshalb nicht als Aussage über den einzelnen Arbeitsplatz.

Verdienst nach Anforderungsniveau

Die amtliche Berufssystematik unterscheidet innerhalb desselben Berufs mehrere Anforderungsniveaus. Sie beschreiben, wie anspruchsvoll die ausgeübte Tätigkeit ist, nicht allein den Abschluss.

Weitere Anforderungsniveaus sind hier nicht aufgeführt, weil die Fallzahl zu klein ist oder der Unterschied zum ausgewiesenen Wert zu gering, um daraus etwas abzuleiten.

Erzieherin auf dem Außengelände einer Kindertagesstätte neben einem Sandkasten, im Hintergrund ein Klettergerüst
Bei Leitungsstellen hängt die Entgeltgruppe an der durchschnittlichen Belegung der Einrichtung. Das ist einer der wenigen Punkte im Tarif, an denen der Verdienst direkt an einer nachprüfbaren Größe hängt.

Erzieher im öffentlichen Dienst (TVöD SuE)

Wer bei einer Kommune oder einem anderen Träger des öffentlichen Dienstes arbeitet, wird nach dem Tarifvertrag Sozial- und Erziehungsdienst vergütet. Dieser hat eigene Entgeltgruppen, die mit einem S beginnen und nicht mit den E-Gruppen des übrigen TVöD zu verwechseln sind. Eine Erzieherin mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit wird in S 8a eingruppiert.

Monatliches Tabellenentgelt im TVöD SuE für die in der Kindertagesbetreuung wichtigsten Entgeltgruppen, alle Stufen, gültig ab 01.05.2026. Quelle: TVöD-SuE-Entgelttabelle.
GruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
S 8a (Regelfall)3.509,44 €3.738,13 €3.976,82 €4.207,08 €4.432,16 €4.668,84 €
S 8b (schwierige Tätigkeiten)3.578,87 €3.812,64 €4.091,94 €4.503,48 €4.892,59 €5.190,90 €
S 9 (Koordination, Leitung)3.648,68 €3.887,42 €4.166,69 €4.580,02 €4.970,99 €5.272,60 €

Die Tabelle lässt sich seitlich wischen.

Die SuE-Zulage kommt obendrauf

Zusätzlich zum Tabellenentgelt gibt es in den Gruppen S 2 bis S 11a eine monatliche Zulage von 130 Euro. Sie gilt seit dem 1. Juli 2022, ist statisch und wurde bei der Tariferhöhung zum 1. Mai 2026 nicht angehoben. Auf Antrag lassen sich bis zu zwei zusätzliche freie Tage im Jahr daraus machen. Dazu kommt die Jahressonderzahlung. Wer den Verdienst mit anderen Berufen vergleicht, sollte diese Bestandteile mitdenken, im monatlichen Tabellenentgelt tauchen sie nicht auf.

Leitung: die Platzzahl entscheidet

Bei Leitungsstellen richtet sich die Eingruppierung nach der durchschnittlichen Belegung der Einrichtung: ab 40 Plätzen S 13, ab 70 Plätzen S 15, ab 100 Plätzen S 16, ab 130 Plätzen S 17 und ab 180 Plätzen S 18. Die Spannen reichen dort von 3.978,03 € in S 13 Stufe 1 bis 6.963,31 € in S 18 Stufe 6. Das ist einer der wenigen Punkte im Tarif, an denen der Verdienst direkt an einer nachprüfbaren Größe hängt.

Nicht der Abschluss entscheidet, sondern die Tätigkeit

Ob S 8a oder S 8b greift, hängt an der übertragenen Aufgabe. Die Entgeltordnung nennt für S 8b ausdrücklich Integrationsgruppen mit mindestens einem Drittel behinderter Menschen, Gruppen mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten, Jugendzentren und geschlossene Gruppen. Maßgeblich sind die Entgeltordnung und der konkrete Arbeitsvertrag. Viele Träger außerhalb des öffentlichen Dienstes zahlen in Anlehnung an den TVöD, ohne daran gebunden zu sein.

Selbstständigkeit und eigene Einrichtung

Für selbstständige Kindertagespflegepersonen und Betreiberinnen eigener Einrichtungen gibt es keine amtliche Verdienstzahl in dieser Statistik. Die Beschäftigtenstatistik erfasst ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Selbstständige und ihre Gewinneinkünfte sind darin nicht enthalten, dafür ist diese Quelle nicht gedacht.

Was in der Kindertagespflege am Ende bleibt, hängt von der Zahl der betreuten Kinder, den Sätzen der jeweiligen Kommune, den Betriebskosten und der eigenen Absicherung ab. Diese Größen unterscheiden sich von Kommune zu Kommune so stark, dass ein pauschaler Betrag hier in die Irre führen würde.

Brutto ist nicht netto

Alle genannten Werte sind Bruttoverdienste. Was davon auf dem Konto ankommt, hängt von Merkmalen ab, die von Person zu Person verschieden sind: Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuerpflicht, Bundesland und der Zusatzbeitrag der Krankenkasse. Ein allgemeingültiges Netto zu einem Bruttoverdienst gibt es deshalb nicht.

Für die konkrete Berechnung ist der offizielle Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen die richtige Anlaufstelle: bmf-steuerrechner.de. Wie die Abzugsarten zusammenspielen, steht unter Brutto und Netto.

Keine Steuer- oder Rechtsberatung

Diese Seite ordnet Statistik ein und ersetzt keine Beratung. Für die persönliche Steuerlast und alles, was von der individuellen Lebenssituation abhängt, sind der offizielle Rechner des Bundesministeriums der Finanzen sowie eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater beziehungsweise ein Lohnsteuerhilfeverein zuständig.

Erfahrungen aus dem Beruf

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Häufige Fragen zum Gehalt von Erziehern

Wie viel verdient ein Erzieher im Monat?

Der Median liegt bei 4.314 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle (Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Datenjahr 2025, Stand 09/2026). Die mittleren 50 Prozent verdienen zwischen 3.842 und 4.848 Euro. Das ist ein Median, kein Durchschnitt, und er gilt für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit. Die Zahl beruht auf 168.056 erfassten Vollzeitbeschäftigten.

Was verdient ein Erzieher am Berufsanfang?

In der Altersgruppe unter 25 Jahren liegt der Median bei 4.055 Euro brutto im Monat und damit 259 Euro unter dem Wert für alle Altersgruppen (Entgeltatlas, Datenjahr 2025). Der Entgeltatlas weist Altersgruppen aus, nicht Berufsjahre. Im öffentlichen Dienst ist die Stufe 1 der Entgeltgruppe S 8a mit 3.509,44 Euro der tarifliche Einstiegswert, dazu kommt die SuE-Zulage von 130 Euro (TVöD SuE, gültig ab 01.05.2026).

Wird die Ausbildung zum Erzieher bezahlt?

Das hängt von der Ausbildungsform ab, und der Unterschied ist groß. Die klassische vollzeitschulische Fachschulausbildung wird nicht vergütet, ist aber über BAföG und das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig. Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) wird dagegen vom ersten Tag an bezahlt: nach TVAöD ab 01.05.2026 zwischen 1.490,69 und 1.653,38 Euro je nach Ausbildungsjahr. Die PiA gibt es in neun der 16 Bundesländer. Im Schuljahr 2023/24 begannen 61 Prozent die schulische und 39 Prozent eine berufsbegleitende oder praxisintegrierte Form (Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2025).

Verdienen Erzieherinnen weniger als Erzieher?

Der Unterschied ist in diesem Beruf ungewöhnlich klein: 4.350 Euro bei Männern gegenüber 4.308 Euro bei Frauen, also 42 Euro oder rund ein Prozent (Entgeltatlas, Datenjahr 2025). Zum Vergleich liegt der Abstand in der Physiotherapie bei rund neun und in der Ergotherapie bei rund 13 Prozent. Der wahrscheinlichste Grund ist die starke Tarifbindung im öffentlichen Dienst: Wo eine Entgelttabelle gilt, bleibt für individuelle Verhandlung wenig Raum. Der Frauenanteil liegt bei 85 Prozent.

Was verdient ein Erzieher netto?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil Steuerklasse, Kirchensteuer, Bundesland, Kinderfreibeträge und der Zusatzbeitrag der Krankenkasse das Ergebnis verändern. Die konkrete Berechnung gehört in den offiziellen Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums der Finanzen.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, Anforderungsniveau Spezialist, Median-Bruttomonatsentgelt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter sowie Quartile, Regional- und Altersgliederung, Datenjahr 2025, Stand 09/2026; Bundesagentur für Arbeit, Jobsuche-API Version 6, Abruf 09.09.2026; TVöD Sozial- und Erziehungsdienst, Anlage zum TVöD-VKA; Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz über Fachschulen. Die Werte gelten für abhängig Beschäftigte in Vollzeit. Selbstständige und Beamte sind nicht enthalten. Fehler oder veraltete Angaben bitte an [email protected] melden.

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